Sanierungsbudget planen: Kostenplan, Puffer und Prognose
Aktualisiert: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten
Die meisten Sanierungen werden teurer als geplant – selten wegen eines einzigen großen Postens, fast immer wegen vieler kleiner, die niemand auf dem Zettel hatte. Dieser Ratgeber zeigt, wie du einen Kostenplan aufstellst, Angebote vergleichbar machst, einen realistischen Puffer einplanst und dein Budget während der Bauphase laufend gegenrechnest.
1. Bestandsaufnahme vor dem ersten Angebot
Was saniert werden muss, entscheidet der Zustand des Hauses, nicht die Wunschliste. Gerade bei Altbauten lohnt sich vorab der Blick eines Fachmanns – etwa eines Bausachverständigen oder Energieberaters. Typische Kostentreiber, die erst beim Öffnen auftauchen: feuchte Wände, alte Elektrik ohne Schutzleiter, Schadstoffe in alten Baustoffen, marode Leitungen.
2. Kostenplan nach Gewerken
Teile die Sanierung in Gewerke oder Phasen und schätze jede Position einzeln:
- Abbruch und Entkernung
- Elektrik
- Sanitär und Heizung
- Fenster und Türen
- Trockenbau, Putz und Estrich
- Fliesen und Bodenbeläge
- Maler
- Küche und Einbauten
Für Positionen ohne Angebot setzt du eine grobe Schätzung an und markierst sie als „geplant“. So steht jeder Euro im Plan, auch wenn noch kein Handwerker beauftragt ist.
3. Die Kosten, die fast jeder vergisst
- Container und Entsorgung
- Gerüst
- Baustrom und Bauwasser
- Genehmigungen, Statik, Gutachten
- Energieberatung
- Werkzeug, Kleinmaterial, Baumarkt-Einkäufe
- Reinigung nach dem Bau
- Doppelte Wohnkosten, wenn ihr während der Sanierung woanders wohnt
Allein die Baumarkt-Einkäufe summieren sich über Monate oft zu einem vierstelligen Betrag. Erfasse sie deshalb von Anfang an – mit Beleg.
4. Angebote einholen und vergleichbar machen
Hol pro Gewerk mehrere Angebote ein. Vergleiche dabei nicht nur die Endsumme:
- Sind dieselben Leistungen enthalten? Ein günstiges Angebot ohne Entsorgung oder Vorarbeiten ist am Ende oft das teurere.
- Wie viel ist nach Aufwand (Stundenlohn) abgerechnet statt pauschal?
- Gibt es Eventualpositionen („nur bei Bedarf“), die sehr wahrscheinlich anfallen?
- Wann sind Abschlagszahlungen fällig? Abschläge sollten sich am erbrachten Baufortschritt orientieren (§ 632a BGB), nicht an Vorkasse.
5. Puffer einplanen
Fachleute empfehlen häufig einen Puffer von 10 bis 20 % auf die geplanten Kosten. Bei Altbauten mit unbekannter Bausubstanz ist ein Puffer am oberen Ende – oder darüber – realistischer. Der Puffer ist kein Spielgeld für Upgrades, sondern für das, was beim Öffnen von Wänden und Böden auftaucht.
6. Laufend gegenrechnen: die Prognose
Ein Budget ist nur so gut wie seine Aktualität. Rechne regelmäßig:
Budget − beauftragte Kosten − geplante Kosten = voraussichtlicher Rest
| Betrag | |
|---|---|
| Budget | 80.000 € |
| Beauftragt (Angebote mit Zuschlag) | 52.000 € |
| Noch geplant (Schätzungen) | 21.000 € |
| Voraussichtlicher Rest | 7.000 € |
7.000 € Rest klingt komfortabel. Liegen die Schätzungen aber 20 % zu niedrig (+4.200 €) und kommen auf die beauftragten Arbeiten 10 % Nachträge (+5.200 €), fehlen am Ende 2.400 €. Genau das solltest du früh sehen, nicht wenn die letzte Rechnung kommt: Dann bleibt Zeit, Positionen zu verschieben, Eigenleistung einzuplanen oder rechtzeitig mit der Bank zu sprechen.
7. Förderung und Steuern prüfen – vor der Beauftragung
Allgemeine Orientierung, Stand Oktober 2026, keine Steuer- oder Förderberatung. Programme und Regeln ändern sich – prüfe die aktuellen Bedingungen bei BAFA, KfW oder einer Steuerberatung.
- Förderprogramme für energetische Maßnahmen (z. B. über BAFA und KfW) setzen meist voraus, dass der Antrag vor der Beauftragung gestellt wird. Wer zuerst unterschreibt, verliert die Förderung unter Umständen ganz.
- Handwerkerleistungen im selbst genutzten Zuhause lassen sich nach § 35a EStG steuerlich geltend machen: 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 € pro Jahr. Voraussetzung sind eine Rechnung und eine Zahlung per Überweisung – bar bezahlte Rechnungen zählen nicht.
- Für energetische Maßnahmen am selbst genutzten Wohneigentum kann alternativ eine Steuerermäßigung nach § 35c EStG infrage kommen – für dieselbe Maßnahme aber nicht zusätzlich zu einer Förderung.
Checkliste
- Zustand des Hauses vorab prüfen lassen
- Kostenplan nach Gewerken, jede Position beziffert
- Vergessene Kosten (Entsorgung, Gerüst, Baumarkt …) eingeplant
- Mehrere vergleichbare Angebote pro Gewerk
- Puffer festgelegt
- Förderung und Steuer vor der Beauftragung geprüft
- Prognose mindestens einmal im Monat aktualisiert
So hilft RenoStack
In RenoStack trägst du dein Budget ein, sammelst mehrere Angebote pro Handwerker und markierst, wer den Zuschlag bekommt. Für alles, was noch nicht beauftragt ist, legst du geplante Kosten an. Die App rechnet daraus laufend die Prognose und zeigt, ob das Budget reicht – bevor es eng wird. Abschläge, Teilzahlungen, Baumarkt-Belege und wiederkehrende Kosten erfasst du direkt vom Handy, und wer gemeinsam saniert, sieht automatisch, wer wem was schuldet.